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Jeder Dritte würde für Job umziehen

ETH veröffentlicht HR Barometer 2009

Schweizer Arbeitnehmende haben offenbar eine flexible Einstellung, wenn es um ihren Arbeitsplatz geht. So kann sich jeder Dritte vorstellen, für einen Stellenwechsel auch einen Wohnortwechsel in Kauf zu nehmen.

Zwei von fünf Werktätigen geben an, dass sie sich einen Berufswechsel vorstellen können. Zwischen der persönlichen Einstellung und dem gezeigten Verhalten existierte jedoch eine Diskrepanz. Dies zeigt das soeben erschienene Schweizer HR-Barometer 2009, das von Gudela Grote, Professorin für Arbeits- und Organisationspsychologie der ETH, und Bruno Staffelbach, Professur für Human Resource Management an der Uni Zürich, herausgegeben wurde. Fast 80 Prozent der Schweizer Arbeitnehmenden halten an ihrer aktuellen Anstellung fest: Sie haben im vergangenen Jahr weder ihren Arbeitgeber noch den Beruf gewechselt. Nur gerade jeder Zehnte hat innerhalb eines Betriebs die Funktion verändert und nochmals beträchtlich weniger haben innert Jahresfrist den Arbeitgeber und die Berufsfunktion gewechselt.
Zufrieden mit Arbeitsplatz

Diese Zahlen belegen, dass viele Arbeitnehmende einen Orts- und Arbeitgeberwechsel erwägen, den Gedanken aber erst bei effektivem Bedarf in die Tat umsetzen. Die Autoren der Studie erklären dies damit, dass die Gegebenheiten des Arbeitsmarktes Mobilität nicht immer voraussetzen und viele Beschäftigte zufrieden mit ihrem Arbeitsplatz und ihrer Arbeitsumgebung sind. Sie bleiben ihrem Arbeitgeber treu, solange äussere Umstände, wie etwa eine schlechte Wirtschaftslage, sie nicht zu einem Wechsel zwingen.

Das HR-Barometer 2009 geht auch den Fragen nach, was Beschäftigte in einer Firma hält beziehungsweise weshalb ein Unternehmen Mitarbeitende verliert oder gewinnt. Besonders häufig werden das Fehlen eines angenehmen Betriebsklimas, einer abwechslungsreichen Arbeitstätigkeit und die Kompatibilität mit der eigenen Laufbahn- und Lebensgestaltung als Ursache für einen Arbeitsplatzwechsel genannt. Eine untergeordnete Rolle spielt in der Realität der Lohn, er wird aber als potenzieller Wechselgrund erwähnt. Die Befragten äusserten generell eine hohe Zufriedenheit mit der Arbeitsstelle, der beruflichen Laufbahn und ihrer Work-Life-Balance. Die Verpflichtung gegenüber dem Arbeitgeber wird durch Partizipationsmöglichkeiten, freie Arbeitsgestaltung und Leistungsbeurteilung gesteigert.

(Quelle: ETH Life, 17.03.09)

Veröffentlicht am 20.03.2009 um 23:37 Uhr von Patrick Mollet | Permalink
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